• Jakob

Zwölferkogel-Nordwand

Der Zwölferkogel im Kühtai ist 2988m hoch und durch seine ca. 500m große Nordwand lässt es sich, oft schon im Frühwinter ganz gemütlich klettern. Etwa 50° bis 55° steil, bietet die Wand je nach Routenwahl und Verhältnissen mehr oder weniger anhaltende, kombinierte Kletterei von M4 bis M5+. Durch das schöne, ursprüngliche Längental läuft man neuerdings über eine Art Autobahn, die vor Kurzem, mit viel Liebe zum Detail in die malerische Landschaft betoniert wurde. Nach etwa einer Stunde nimmt man eine beliebige Autobahnausfahrt und steigt hoch, Richtung Wand. Am Wandfuß ist man von dort aus recht schnell, die eigentliche Kletterei beginnt aber erst im zentralen Schneefeld, das man entweder über einen leichten Eisschlauch oder etwas links davon, über einfache Mixedkletterei erreicht.



Wenn man im Schneefeld ankommt, ist man also schon gut aufgewärmt und kann den steileren Wandteil anpacken. Am rechten der drei kurzen Eisfälle ging's für uns dann sozusagen los. Ungefähr eineinhalb Stunden haben wir insgesamt gebraucht, bis dahin.


So a Eis isch halt scho echt fotogen;)

Seilfrei, dafür aber mit den lummeligsten Steigeisen ausgestattet, die er besitzt. Andi Steck, voll der Purist ;)

Die Eispassage macht Spaß, weiter geht's über eine ausgesetzte Rampe, die zur Route "Plan B" gehört. Hier ist die Kletterei ziemlich cool, man wechselt oft zwischen Griffen im Fels und den Eisgeräten hin und her. Rechterhand geht's ziemlich runter, besser Obacht geben.



Hier ist's ausgesetzt aber leicht zu klettern.

Nach dieser Rampe kommt man wieder in ein Schneefeld, über dem sich eine Platte befindet. Durch diese führten im linken Teil ein paar Routen, rechts kann man die Platte umgehen. Wir sind einfach dazwischen mittendurch geklettert. Gar nicht so leicht;)


Hier ist's nicht mehr so ausgesetzt, aber wesentlich schwieriger als zuvor.

Auch darüber halten wir uns nicht an eine bestimmte Route, sondern klettern frei improvisiert Richtung Gipfel. Eigentlich eine sehr schöne, natürliche Art in den Bergen unterwegs zu sein.



Meistens steht man bequem und solide, die Wand sieht hier oben eigentlich überall gleich aus und ist praktischer Weise auch überall ähnlich unschwierig zu erklettern.



Manchmal kommt noch eine kleine Steilstufe, insgesamt ein sehr homogener Wandteil mit vielen Mixedpassagen und wenigen Schneefeldern, was die Kletterei nie langweilig werden lässt.


Luftige Gschicht


Oben kommt man dann westlich vom Gipfel raus. Innerhalb von zehn Minuten kletterten wir rüber zum höchsten Punkt und begannen dann auch bald mit dem Abstieg über den Nordgrat.


Die Letzten Meter zum Gipfelgrat

Der Nordgrat ist gar nicht so banal, drum muss man sich bei dieser Tour bis zuletzt konzentrieren. Die Aussicht ist aber sehr schön und die Kletterei macht weiterhin Spaß. Nicht so schwer aber bissle kraxln muss ma scho.



Sehr netter Berg eigentlich, macht Spaß hier zu klettern. Vor allem wenn man völlig stressfrei so flott unterwegs ist, dass es trotz niedriger Temperaturen nie kalt wird. Wenn dann jeder Meter, den man in dieser luftigen Höhe erklimmt vom Abenteuer zu einer guten Erinnerung wird, dann haben wir wieder mal was sinnvolles mit unserer Zeit gemacht.


VG Jakob und Andi

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