Winterliche Begehung des Parseierostgrats

Aktualisiert: 2. Aug 2020

Der Ostgrat der Parseierspitze ist im Sommer eine beliebte Modetour, mit schöner Aussicht und Kletterei um den 2. und 3. Schwierigkeitsgrad, die auf den einzigen 3000er der nördlichen Kalkalpen führt. Dieses Jahr war der luftige Gipfel allerdings schon Mitte Oktober schneebedekt, was uns dazu brachte uns auch einmal an einer Besteigung des Parseiers zu versuchen.

Und tatsächlich, nachts hatte es etwas gefroren und der sonst so brüchige Berg verbarg das unangenehme Geröll unter einer knietiefen Schneedecke.

Um Energie zu sparen stiegen wir schon am Samstag bis zum unteren der drei Seen auf, deponierten Sack und Pack am Biwakplatz und machten uns auf um noch ein bisschen klettern zu gehen. Dabei warfen wir schon mal einen ersten Blick auf unseren Gipfel und die aktuellen Verhältnisse.

Am Sonntagmorgen ging es richtig früh los, um den Sonnenaufgang vom Grat aus beobachten zu können. Bevor wir den erreichten hatten wir aber noch einiges an Strecke im Dunklen zurück zu legen. Unter anderem die äußerst steile Patrolrinne, in der wir vorsichtshalber schon mal die Steigeisen aufzogen. Hier steigt man in direkter Falllinie zur Patrolscharte zwischen Parseier und Gatschkopf auf, an der unser Grat ansetzt.

Die 200m lange Rinne war wegen dem vielen Schnee und ihrer Steigung zwischen 45° und 50° ziemlich mühsam und wir waren froh, als wir bei Sonnenaufgang vor dem schon hell beleuchteten Ostgrat der Parseierspitze standen.

Dann ging die eigentliche Kletterei los und mit steigenden Temperaturen stieg auch die Freude am ausgesetzten Winterkraxeln. Steigeisen und ein Eisgerät haben sich hier bestens bewährt, auch ein Seil und ein paar Schlingen kann man ruhig mal mitnehmen.

Links der Blick in die pulvrige Nordwand, rechts die schon etwas angetaute Südwand, durch die uns der Abstieg führen wird.

Dann erreichen wir den Gipfel, mit schöner Aussicht vom Pitztal bis an die Allgäuer Hauptkette.

Doch lange halten wir uns dort nicht auf, sondern steigen durch die Südwand (2er Gelände) ab. Danach wieder hoch auf die Scharte, wieder runter, rauf, runter...bis wir wieder in Bach sind und nachmittags wieder nachhause fahren können.

Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Tour, mit etwa 1200 hm (ab unterer See), 10km und Kletterei bis in den 3. Grad. An sich alles nicht so schwer, aber lange Strecken im Absturzgelände und die Wühlerei durch den Schnee machen die Tour auf die Parseierspitze zu einer konditionellen Herausforderung.


LG Simon, Andi, Jakob




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