"West-Kante" an der Urbeleskarspitze Winterbegehung

Aktualisiert: 31. Juli 2020


Diese imposante Kante war unser Ziel.

Die Urbeleskarspitze ist einer der imposantesten Gipfel der Hornbachkette überm Lechtal. Im vergangenen Jahr hatten wir uns von Hinterhornbach über das Kaufbeurer Haus und den Normalweg zum Gipfel gewühlt. Dieses Jahr (2016) wählten wir die Sonnenseite. Von Häselgehr aus ging es über das Haglertal und Gliegerkar Richtung Bretterspitze bis zur Scharte.


Auf dem Weg in die erste Scharte.

Wir folgten noch kurz dem Normalweg Richtung Gipfel, dann wählten wir eine Querung durch verschneites, steiles Gelände zur Schwärzerscharte und queren anschließend weiter fallend zum Einstieg der Westkante der Urbeleskarspitze ein Stück unterhalb des tiefsten Punktes der Scharte.


Die Querung durch die Ostflanke der Bretterspitze ist sehr anspruchsvoll.

Zustieg durch die Ostflanke der Bretterspitze.

Die Route wurde inzwischen mit gebohrten Standhaken versehen und an den schweren Stellen findet man auch ein paar Zwischenhaken. Eine Beschreibung und das Topo findet man unter:

https://dav-allgaeu-immenstadt.de/wp-content/uploads/2018/12/Urbeleskar-Westgrat-Topo.pdf

Die Schneelage ist zwar für Ende Dezember noch spärlich, dennoch hat sich der Schnee an den flacheren Stellen festgesetzt.


Im Unteren Teil der Kante.

Die Kletterschwierigkeiten sind überschaubar, allerdings erfordert die Routenfindung alpinen Instinkt, da die Kante entgegen dem Anschein nicht so scharf geschnitten ist. Für die Route sind 13 Seillängen eingezeichnet, welche jedoch mehrheitlich kurz sind, so dass wir mit einem doppelt genommenen Halbseil gut zurecht kamen.


Kletterei in tollem Ambiente.


Hier hat man ordentlich Tiefblick.

Die letzten Meter zu Wandbuch. Im Hintergrund ist der Zustieg zu sehen.

Wer weiß wie viele Einträge hier schon im Winter entstanden? Zeit nachzulesen hatten wir keine mehr.

Vom Wandbuch nach der 13.Seillänge geht es noch ein flaches Gratstück zum Gipfel, welches tief verschneit war und mit unseren Kletterschuhen wollten wir uns hier nicht noch kalte Füße holen. Zudem ist die Tageslänge so kurz nach der Wintersonnenwende auch nicht gerade üppig und so machten wir uns ans Abseilen über die Kante zurück zum Einstieg. Dass wir nur mit einem Halbseil abseilen, erweist sich in dem teilweise flachen und schuttigen Gelände als Vorteil, auch wenn wir dadurch öfter abseilen müssen.


Maßarbeit am Einstieg :)

Justus plädiert für einen anderen Rückweg zum Wanderweg in der Scharte unterhalb der Bretterspitze, und so steigen wir zuerst noch weiter unter der Südwestwand ab, um dann durch ein verschneites Kar wieder zur Scharte aufzusteigen. Dieses war jedoch mit Triebschnee verfüllt und das Spuren hinauf zur Scharte war einerseits heikel und zum Anderen schweißtreibend. Dafür wurden wir bei Erreichen der Scharte mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.


Sonnenuntergang wiet oben in den Allgäuer Alpen.

Dies bedeutete allerdings auch, dass wir die restlichen 1400 Höhenmeter Abstieg flott hinunter sollten. Immerhin mussten wir nicht die Stirnlampen aktivieren und erreichten im letzten Dämmerlicht noch den Parkplatz.

Insgesamt eine nette Klettertour, welche auch im Sommer lohnend ist. Ein paar Tropfen Alpinistenblut erfordert schon der weite Zustieg und der teilweise etwas schuttige und nicht immer ganz feste Grat. Belohnt wird man mit großartigem Ambiente und herrlicher Aussicht. Im Sommer ist sicherlich der Abstieg zum Kaufbeurer Haus dem Abseilen vorzuziehen.


Blick genau auf die Kante.

Kletterlänge: 250m

Schwierigkeit: 5-


Grüße Justus und Reiner

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