• Justus

"Welcome to Tijuana" (8+/9-) an der Roten Flüh

Die Tannheimer Berge sind weithin bekannt für bestens abgesicherte Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Mit bestens abgesichert meint man meistens viele Bohrhaken, ohne die Notwendigkeit von mobilen Placements. Zum ausprobieren neuer Schwierigkeitsgrade optimal.

Doch auch etwas weniger Bohrhaken und ab und zu ein Camalot haben schon auch ihren Reiz.

In der "Welcome to Tijuana" wurde ein sinnvolles Mittelmaß gefunden, wo mobil was geht, steckt auch kein Bohrhaken, ansonsten stecken super Klebehaken, teils auch etwas weiter auseinander. Dazu gibts überwiegend super Fels in steiler, kompakter Kletterei. Genau das Richtige, sucht man in den Tannheimern eine anspruchsvolle Route.


Zischen dem großen nassen Streifen und den Tannen in Wandmitte geht es ziemlich gerade nach oben.

Los geht die Route gleich mal mit einer Schlüsselstelle, aber zum Glück ists nur die der "Südostwand" (6+), trotzdem ist es ein ordentlicher Kaltstart. Dann gehts nicht mit der "SO-Wand" nach links, sonder einfach geradeaus weiter. So langsam wird es nach oben hin immer schwerer (8). Eine super Länge.


Eine echt anspruchsvolle 6+...

40m tolle Kletterei

Da stellt auch der Reiner mal die Finger auf

Die zweite Seillänge (7-) führt in einem Rechtsbogen in ebenfalls schöner Kletterei in flaches Gelände, wo wieder Stand ist.




Dann gehts erstmal wieder 20m links runter (2) unter den nächsten kompakten Pfeiler.


Die 4. SL (8-) startet relativ schwer, der 3. Haken ist schwer einzuhängen, weil der Tritt so langsam wegbröselt, aber dann wirds erstmal leicht, bevor es zum Schluss nochmal ernst wird: in einen (bei uns nassen) Querriss kann man noch einen Cam legen, bevor man über dem Band im 7. Grad zum Stand klettert.



Reiner kurz vor dem Stand

Jetzt wirds schwer: Die Schlüssellänge führt erst steil rechts aufwärts, bevor es immer flacher und kompakter wird. Es ist durchgehend anspruchsvoll, bis zur Schlüsselstelle, einem Bauch aus der Platte raus. Einen richtigen Griff gibt es hier nicht, und ganz rau ist auch nicht mehr alles, also links-rechts von Sloper zu Sloper schnappen. Uns kam es für den angegebenen Grad sehr hart vor. (Ist aber auch nicht wirklich unsere Stärke)



In der nächsten SL ist Vorsicht geboten, es kommt recht weit unten ein Bolt, dann gehts aber einen Riss hoch und der nächste Haken ist weit weg.

Tipp: Nicht bis zum Ende vom Riss warten, bis man einen Keil reinspitzelt, davor wärs wohl besser gewesen...

Weiter oben wird die Länge dann noch recht schwer für 7.





Nun kommt eine sehr schöne, technische 8-, die oben raus etwas leichter wird. Stand ist in einer Schlucht zusammen mit der "SO-Wand".



Die letzte Länge (8) ist nochmal richtig anspruchsvoll. Unten ists noch leichter, dafür steckt auch fast nichts, man muss echt vorsichtig klettern, dann kommt schon mal ein anstrengender Überhang (7), nach welchem man einen mittleren Cam unterbringt, die Abstände sind hier nämlich immer etwas weiter. Dann kommt nochmal ein schweres Dach und dann geht es schwer in die letzte Platte. Nach der Platte enden die Schwierigkeiten, man kann Richtung Gipfel aussteigen, oder wenn niemand in der Wand ist auch gut abseilen.



Ehrliche Anmerkung zu unserer Begehung : -(

Leider bin ich in der letzten SL gescheitert, da ich körperlich schon ganz schön platt war, nachdem ich alles vorgestiegen bin. Das hat sich dann auch auf die Psyche ausgewirkt, wenn man sich nicht mehr so festhalten kann wie sonst und ganz früh am Tag war es auch nicht mehr, also bin ich in der Mitte der schweren Stelle umgedreht.


Die "Welcome to Tijuana" ist auf jeden Fall eine super Route, die durchgehend anspruchsvoll, homogen schwer und anstrengend ist. Sie ist eine super Ergänzung zu den ganzen bestens gesicherten schweren Routen an den Südwänden.



Routendaten:

Schwierigkeit: 8+/9-, (8/8+ obl.), eher hart bewertet

Kletterlänge: 280m

Absicherung: gut mit Bohrhaken, Keile und mittlere Cams notwendig


Grüße Justus mit Reiner

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