• Justus

"Sturm im Paradies" (8+) an der Roten Flüh

Schon oft waren wir an der Roten Flüh beim klettern. Die meisten Touren zwischen "Südwestkante" und "Schwarze Mamba" haben wir sogar mehrmals gemacht. Doch einen Blick hinter die Südwestkante haben wir bis jetzt noch nicht gewagt, dabei steht hier noch eine große Steile Wand mit einigen Routen, die aber kaum noch geklettert werden. Eine Ausnahme ist die Route "Sturm im Paradies", die modern eingerichtet ist und eine abwechslungsreiche Linie aus Platten, Verschneidungen und Pfeilern durch die Wand findet.


Außerdem wurden wir zu dieser Route durch das legendäre Video der Ulmer Jungs inspiriert. ;D


Dass jeder die von ihm geführten SL beschreibt, führen wir hier natürlich auch fort.


1. Seillänge (8):

Der Auftakt zu dieser insgesamt wirklich lohnenden Route ist mit Vorsicht zu genießen. Die erste Seillenge sucht sich gekonnt den schwierigsten kletterbaren Weg hinauf zum ersten Band und schreckt dabei nicht vor harten Kletterpassagen in unsoliden Wandbereichen zurück. Spannender als das einfache Vierergelände gleich daneben ist es allemal und sicher auch steiler und direkter, was ja durchaus seinen Reiz hat. Die Schlüsselstelle ist, wie in fast allen Seillängen kurz und wenig anhaltend, dafür beinhaltet sie einen Heelhook und einige coole Züge bevor man den Stand erreicht. Dieser befindet sich auf einer Platte mitten im Gras, auf dem Band. Die Absicherung mit Bohrhaken ist sehr gut.


Fels könnte besser sein...mimimi

2. Seillänge (7+/8-):

Es geht kurz flach in eine überhängende Verschneidung, die nach oben hin wieder leichter wird. Bei uns wars leider nass, aber man kann den 2. Haken in der Verschneidung auch A0 vorklippen, sodass man nicht mehr auf den Boden fallen kann.


Hier ists leider länger mal nass, es geht aber auch A0.

Voll der Piaz

3. Seillänge (8-):

Jetzt mal eine wirklich geniale Seillänge. Der Fels in diesem Plattenquergang ist sehr gut, man findet einige wasserzerfressene Grifflöcher und zum Stand hin muss man nochmal sauber auf die Füße stehen. Sehr coole, technische Kletterei.

Anmerkung vom Justus: Als Nachsteiger ist man an den schweren Stellen auch mal weiter

vom Haken weg...


Zum Stand hin sollt man sich schon gut überlegen, wo man klettert...


Justus du alter Fotograf! ;)

4. Seillänge (7+):

Diese Seillänge ist sehr kurz, hat aber auch nur 2 BH, die etwas ungünstig stecken. Es geht eine Rissverschneidung mit super Fels hoch. Weil der 2. Haken sehr weit oben steckt und schwer zu klippen ist, empfiehlt es sich in den Riss einen kleinen Cam zu legen, was auch sehr gut möglich ist.


Schwerer als ausschaut...

5. Seillänge (5+):

Mal was leichtes zwischendurch und dann noch in so gutem Fels. Tolle Bewegungen, gute, solide Griffe und Tritte - mein persönlicher Favorit für die coolste Seillänge vom "Sturm im Paradies".


Coole Länge, über mir der schwierige obere Wandteil.

6. Seillänge (7+):

Etwas diffizil geht es vom Stand weg und dann schräg links aufwärts durch splittriges Gestein, das aber nicht so schlecht ist. Dann geht es noch leicht ums Eck zum bequemen Stand.

Dieser Stand wurde in mehreren älteren Berichten als unvollständig beschrieben, da die Mutter eines der beiden 10er Bohrhaken fehlt, das Plättchen ist noch da. Wir dachten, wie alle anderen scheinbar auch, dass das bestimmt schon repariert ist, wenns seit 2 Jahren im Internet steht, ist aber Stand November 2020 immer noch unvollständig. Also am besten mal eine passende Mutter mitnehmen und Fingerkraft zum zuschrauben oder den passenden Schlüssel.




7. Seillänge (8+):

Die Schlüssellänge ist wieder nur 25m lang, dafür bleibt sie durchgehend steil. Die Schlüsselstelle kommt gleich ein paar Meter vom Stand weg. Ein weiter Zug aus einem Untergriff an ein Griffloch und noch ein weiter Zug vom Griffloch zu einem weiteren Untergriff. Oben raus werden die Griffe besser, der Fels ist dort sehr wasserzerfressen und die Kletterei bleibt steil. Die schweren Passagen können nicht so wirklich gut mit Hakenhilfe bewältigt werden, man muss brav frei klettern. Angst vor einem Sturz braucht man aber nicht haben. Insgesamt tolle, athletische Kletterei, sehr ausgesetzt und steil. Fast so geil wie der Fünfer vorher, aber eben etwas physischer. Der Standplatz, den man nach getaner Arbeit erreicht ist ziemlich luftig.


Die Schlüsselstelle

Oben werden die Griffe größer, es bleibt aber steil.



8. Seillänge (8):

Diese Länge ist nochmal richtig anspruchsvoll und wir fanden sie nicht leichter als die Schlüssellänge. Zuerst geht es im 7. Grad schräg rechts aufwärts, bis dann plötzlich die obligate 8er Stelle kommt, die eigentlich gar nicht schwer ausschaut, man muss aber echt mitdenken. Danach wird es etwas leichter, aber nochmal anstrengend. Man quert unter einem Dach zurück nach links, wo sich dann etwas weiter oben im Flachen der Stand befindet. Hier haben wir die Tour beendet und sind abgeseilt.

Man könnte noch eine 3er und eine 7- Länge anhängen, diese sollen aber nicht so gut sein wie der Rest der Tour. Außerdem sollte sich hier eigentlich das Wandbuch befinden, das war aber nicht zu Hause, als wir vorbeigekommen sind ; (


Technisch gehts die Rampe hoch.

Justus am ersten Henkel im leichten Gelände



Abstieg:

Nach der 8. SL kann man super über die Route abseilen, wenn keine Seilschaft folgt.

Mit 3 X Abseilen waren wir wieder am Einstieg.


Tip-Top zum Abseilen

Der "Sturm im Paradies" ist eine schöne Route, die bis auf die erst Seillänge guten Fels und abwechslungsreiche Kletterei bietet. Die gute Absicherung und die kurzen Seillängen lassen ein entspanntes, aber trotzdem nicht ganz leichtes Klettern zu. Die schwierigen Passagen müssen meist zwischen den Haken geklettert werden.


Routendaten:

Schwierigkeit: 8+ (8obl.)

Kletterlänge: ca. 180m bis Wandbuch +optional 45m auf Westwandrampe

Absicherung: sehr gut mit Bohrhaken, 1 kleiner Cam sehr hilfreich



Grüße Jakob und Justus


Cooles Bild aus ner coolen Tour

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