• Leon

Bschießer Biketour

Aktualisiert: 10. Nov 2019

Wer sein Radl liebt, der schiebt...

...und wer sein Bike unbedingt auf'm Bschießer dabei haben will, der muss ein ganzes Stück tragen.

Unsere wohl letzte MTB-Tour dieses Jahr führte uns von Hinterstein über die Willersalpe aufs Zirleseck, dann hinten um den Ponten herum und auf den Bschießer. Abfahrt über die Zipfelsalpe wieder zurück nach Hinterstein.

Wer den Weg kennt: im Aufstieg wird es - gerade nach der Willersalpe - mit dem Bike etwas schwierig. Wir kannten den Weg nicht. Dann muss man hat tragen. Hier heißt es mit den 14 (oder 12 kg "Carbon statt Kontition"XD ) Kilogramm Fahrrad auf dem Rücken seine Kräfte gut einzuteilen. Weil man ja auf dem Runterweg auch noch genug Kraft braucht, wenn man auf der Kuhwieße durchgeschüttelt wird.

Wir starten also von Hinterstein am Parkplatz, von dort geht es direkt nach links weg, hier führt ein Schotterweg über die Wiese. Immer auf dem Fahrweg bleiben; der lässt sich vieilleicht auch komplett fahren - wenn es denn nicht regnen täte und der Weg nass ist. Also schieben... Ich könnte mir eigentlich den ganzen Bericht sparen, wenn ich unsere Duchschnittsgeschwindigkeit angebe: 2,8 km/h (!!). Weil nach der Willersalpe, an der wir einen kurzen Schauer abwarten, kann man eigentlich garnicht mehr fahren. Und kurz vor dem Zirleseck ist es dann so verblockt, dass wir unsere Bikes aufschultern müssen.


Blick über'n Lenker nach Schattwald

Dafür haben wir ein paar schöne, anspruchsvolle Stellen nach dem Zirleseck. Den Aufstieg zum Ponten (ohne den Bikes natürlich;) ) sparen wir uns und fahren direkt rüber zum Bschießer. Die Querung auf dem Grat genießen wir in vollen Zügen, jetzt scheint auch wieder die Sonne.



Der letzte Anstieg auf den Bschießer muss wieder getragen werden...

Aber dann sind wir oben :)

Aber fahren gleich wieder ab, weil es nach einem weiterm Schauer aussieht. Der kommt aber nicht :D

Vom Bschießer runter ist erst technisch anspruchsvoll, aber machbar.

Jakob lächelt kurz zu mir rüber, als er in der Kurve sein Hinterrad perfekt versetzt.



Dann weiter unten in den Latschen wird es echt matschig, da bringen selbst meine sehr grobstolligen Reifen nix mehr. Als wir endlich aus dem Latschenfeld raus sind fahren wir das letzte Stück zur Zipfelsalpe


rechts die von den Kühen ausgestapfte Wiese, links der von den vielen Wanderer und dem Regen ausgewaschener Weg. Dazwischen ein schmaler, gut verdichteter Streifen, auf dem wir fahren können. Gut konzentrieren! Und in der Mitte fahren! Beide Seiten könnten tückisch werden... Und wir lassen es laufen, der Dreck aus dem Profil der Reifen prasselt gegen unsere Waden


An der Zipfelsalpe verpassen wir dann den "richtigen" Abzweig und fahren erst ein Stück auf der Fahrstraße, bevor wir dann über die verlassene Kuhwiese auf den Wanderweg runterfahren. Im Nachhinein hätten wir aber auch oben bleiben können...


Das Queren den Kuhwiese ist überhaupt kein Problem - vor allem weil da keine Kühe mehr sind - und die zu steilen Stücke können wir umfahren. Doch dann fahren wir über einen mehr oder weniger unterirdischen Wasserlauf. Zack! Fast zwanzig Zentimeter mit dem Vorderrad in die Matschpfütze versunken - eingestochen. Und dann einmal der Länge nach in den Matsch...


Als wir dann aber endlich auf dem Weg sind können wir fürs erste einen schönen Flowtrail genießen. Der wir aber immer anspruchsvoller - zu unserer Freude, dann sind auch mal technisch wieder gefordert.

Das ist es, was mich so begeistert: Erstens muss man volle Kontrolle über sein Rad und sich selber haben. Zweitens muss man verdammt schnell entscheiden können und dann aber auch überzeugt das durchziehen, was man sich da eingebrockt hat (weil wer zwischendrin abspringt lebt ungesund). Und drittens muss man sich aber auch darüber bewusst sein, was passiert, wenn man nicht runterkommt, und was man für Auswege hat (an dem Baum könnte ich mich festhalten - übrigens "umarmen" im Fachjargon - , die Wiese sieht weich aus, oder auch: hier sollte ich lieber nicht stürzen).

Jetzt kommen aber auch schon die ersten Stellen, die - für uns - nicht mehr befahrbar sind. Also absteigen und tragen. Der so schöne Flowtrail wird schnell zu Jump-on-jump-off-Trail.

Aber das gibt uns auch die Möglichkeit die vielen Einzelstellen vorher anzuschauen.


Etwas verblockte Passage. Ich bin schon fast unten. Doch komm nicht ganz um den Stein rum; steche ein. Ich kippe ganz ganz langsam nach vorne. Hab ich zu viel Schwung oder krieg ich mein Hinterrad wieder auf den Boden? Nein. Also abspringen und Beine einziehen (dass man nicht am Lenker hängen bleibt), und ich lande bequem mit beiden Füßen auf dem Waldboden...


So lernt man das Stürzen.

Dreck- und Schweißgebadet nähern wir uns langsam dem Parkplatz. Das nächste mal wäre vielleicht eine Streckenerkundung angebracht. Oder wir müssen einfach hinnehmen, dass jeder n bissl verrückt ist. Das müssen wir vielleicht - wenn wir unsere Räder auf Gipfel tragen.

Die Tour ist wirklich nur was für Biker, die eine spezielle Verbindung zu ihrem Mountainbike haben. Ich würde sie nochmal machen.


16,1 Km

5:41 h

1174 hm


Jakob & Leon

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