• Jakob

Rubihorn "Ostwand-Couloir" (M5)

Aktualisiert: 1. Aug 2020


Die Route


Als wir im Februar 2020 mittags am unteren Gaisalpsee vorbeiliefen, viel uns eine feine weiße Linie in der Ostwand des Rubihorns auf, die genau in Falllinie des Gipfels durchs Gemäuer zieht. Steigeisen und Eisgeräte hatten wir im Rucksack und weil wir uns gerade fragten, was wir mit dem angebrochenen Tag noch machen sollten, stiegen wir los Richtung Wand. Für unsere Neugierde wurden wir an diesem Tag mit einer wunderschönen Mixedkletterei belohnt, die wir so gar nicht erwartet hätten. Steil, exponiert und im Gegensatz zu den viel begangenen Nordwandrouten eher einsam gelegen bietet die Route tolle, mittelschwere Mixed-Kletterstellen bis M5, Eis bis 70° und Firn bis 50° in alpinem Ambiente. 2011 wurde die Tour von den Beiden Allgäuer Kletterern Alban und Nicklas erstbegange und auch mit gebohrten Standplätzen versehen. Das haben wir im Auto gegoogled, nachdem wir etwa in der Wandmitte einen Bohrhaken mit Schlinge entdeckt hatten. Interessanterweise wählten wir bei unserem spontanen, seilfreien Aufstieg beinahe exakt die selbe Linie, die die Erstbegeher nahmen, ohne zu wissen, dass diese bereits geklettert und eingerichtet worden war. Der Routenverlauf ist also so logisch, logischer geht's gar nicht mehr;)



Routendaten


Unternehmung: alpines Mixed-Klettern

Schwierigkeitsbewertung: M5, Eis bis 70°,

Firn bis 50°

Absicherung: gebohrte Standplätze, ein gebohrter Zwischenhaken, mittlere Friends & Keile, kurze Eisschrauben, Bandschlingen können gelegt werden

Wandhöhe: ca. 250m

Charakter: schöne, logische Linie, die direkt auf den Gipfel des Rubihorns führt

Erstbegeher: Alban & Niklas



Routenverlauf


Los geht's mit einer richtig schönen, etwa 15m langen Eispassage (etwa 70°) bis man wieder in leichteres Gelände kommt. Dieses Stück macht richtig Spaß und ist gleich ein würdiger Einstieg in die Tour.

Nach wenigen Metern im Schnee erreicht man die Schlüsselstelle. Diese beginnt ebenfalls eisig, doch schon nach kurzer Zeit hielten wir uns links, einem Riss folgend, sodass wir uns links am Fels und rechts am Eis vorwärts bewegen konnten. Der Riss bot dabei guten Halt für die Füße und als er zu Ende war, entschlossen wir uns die Originallinie nach links zu verlassen, da das Eis an dieser Stelle im Culoir viel zu dünn war.

Über weite Strecken stapften wir den festen Firn nach oben und überwanden noch die ein oder andere Mixedpassage. Diese Art der Kletterei macht den mit Abstand größten Teil der Route aus. Das kann man nach den schwierigeren Stellen im unteren Wandteil dann richtig genießen.

Die Gipfelwechte war nicht sehr stark ausgeprägt und stellte somit kein Problem dar. Aufgrund ihrer ostseitigen Exposition könnte es aber gut sein, dass sie in schneereicheren Wintern zum Hindernis wird.


Viele Grüße Nick und Jakob

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