• daniela-goetzfried

Rosengartendurchquerung - Dolomiten

Aktualisiert: 31. Juli 2020

Gut gelaunt und überrascht von der Freundlichkeit der Einwohner Kastelruths begannen wir unsere 5-tägige Wandertour in den Dolomiten.

Um 11 Uhr gings nach einer kurzen Brotzeit endlich los und wir machten uns auf den Weg.

Mit viel Gepäck gings los

Unser erstes Ziel war der Puflatsch und wir nahmen von Kastelruth (1060m) aus den Weg Richtung Malga Schafstallhütte (1473m) und weiter Richtung Arnikahütte.

Pferde auf 2000m Höhe

Die ersten Meter dorthin waren mühselig, vor allem, weil es für zwei von uns drei Wanderern die erste Tour mit einem so schweren Rucksack war. Ganz überhaupt war es für Andi und mich die erste Mehrtagestour! Von der Arnikahütte aus liefen wir nach Compatsch (1850m) . Die Zeit verging, die Wetterlage änderte sich und wir wussten: so langsam müssen wir einen Übernachtungsplatz für die erste Nacht suchen. Gesucht - gefunden! Wir rasteten in der Nähe vom Hotel Santner (2009m) und der erste Tag war somit erfolgreich gemeistert!

Unser 1.Tag ging zu Ende

Den 2. Tag starteten wir eher benommen von einer regnerischen Nacht. Nach dem Frühstück zogen wir weiter Richtung Sattler Schweige (2060m). Aufgrund des starken Niederschlags rasteten wir dort eine gute Stunde; wir warteten in dieser Hütte ab, bis der Regen ein wenig leichter wurde und machten uns dann auf den Weg zu unserer nächsten Zwischenstation: die Tierser Alpl (2441m) mit seinem auffällig roten Dach!

Der Weg zur Tierser Alpl über die Rosszähne war mühsam, da es konstant regnete.

Aber wir bissen uns durch und konnten auch die uns endlos vorkommenden Kehren meistern. Als wir die warme Alpl erreicht haben, gab es erstmal eine heiße Schokolade zum Aufwärmen… Wir warteten lange ab, bis das Wetter wenigstens ein bisschen besser wurde und der Regen ein bisschen nachließ, aber vergebens. Wir beschlossen dann, den Weg zu unserem Schlafdomizil selbst bei starkem Regen fortzusetzen. Andi und ich hatten ein mulmiges Gefühl, bei derart schlechtem Wetter noch weitere 2 Stunden zur Grasleitenpasshütte zu wandern. Nach einem nochmal sehr anstrengenden Aufstieg erreichten wir sie aber endlich und haben uns unser Abendessen und eine warme Nacht wirklich verdient!

Das Wetter besserte sich deutlich und wir waren alle auf den neuen Tag motiviert!

Der 3. Tag sollte ein ganz besonderer werden - der 3004m hohe Kesselkogel stand auf dem Programm! Für Andi und mich sogar der allererste Klettersteig, wie aufregend! :)

Der Aufstieg des Kesselkogels für uns zwei "Neulinge" echt sehr beeindruckend!

Unser Gepäck ließen wir in der Grasleitenpasshütte. Direkt an der Grasleitenpasshütte befindet sich der Einstieg in den Klettersteig, der durch die Westflanke des Berges hinauf zum Gipfel führt (ca. 2 Stunden ab der Hütte). Über den etwas leichteren Klettersteig an der Ostseite erreicht man dann über den Antermoiapass wieder die Grasleitenpasshütte. Beide Klettersteige lassen sich so zu einer schönen Überschreitung kombinieren.

Wieder an der Grasleitenpasshütte angekommen packten wir unsere sieben Sachen und zogen über die Tschaminschwaige Richtung Rosengartenütte (Kölner Hütte) (2339m).

Geniale Abendstimmung

Dort in der Nähe haben wir dann auch unsere dritte Nacht verbracht.

Tag 4 Nach einer sehr kalten Nacht unter super schönem klarem Sternenhimmel starteten wir unseren letzten vollen Tag zu Beginn eher fröstelnd, was aber später wieder in volle Wanderlust umschlug.

Wir setzten unsere Tour zur Malga Haniger Schwaige fort, wo wir uns erstmal mit einer heißen Schokolade aufwärmten! (Diese heiße Schokolade wurde so richtig zu unserem Wanderritual! )

Abseits vom Massentourismus haben wir in dieser schnuckeligen Alp sogar noch einen Schnaps „for free“ bekommen! Da wurde uns dann endgültig warm ums Herz und die eiskalte Nacht war schnell vergessen. Nun konnten wir munter zu unserem nächsten Ziel aufbrechen: Der Schlern (2450m).

Manchmal haben die 2 Jungs mich vergessen :D

Wir zogen über die Plaflötschalm weiter zur Malga Tschaminschwaige. Dort werden auch an Ruhetagen einige Snacks wie z.B. Äpfel, Säfte und Kekse verkauft. Dies nutzten wir aus und kauften uns jeweils einen leckeren Apfel, um die 1500hm, die uns noch bevor standen meistern zu können. Nach einer kurzen Mittagspause an dieser Schwaige zogen wir dann über die Bärenfalle weiter Richtung Schlernhaus. Kurz vor dem Ziel durchliefen wir ein wunderschönes Gebiet, immer im Blick: unsere Leistung der vergangen Tage.

Die komplette Rosengartengruppe, links der 3004m hohe Kesselkogel und rechts thront die Rosengartenspitze hervor

Weil es uns hier derart gut gefiel, haben wir beschlossen, nochmal kurz zu rasten und zu kochen. Für mich war das hier der schönste Fleck der gesamten Reise, ich wollte gar nicht mehr weiter! :D



Die letzte Nacht haben wir dann oben im Schlernhaus verbracht und uns als Belohnung für die erfolgreichen Tage an diesem letzten Abend eine Brotzeitplatte geteilt, und währenddessen den Sonnenuntergang genossen.

Anschließend haben wir die schöne Tour noch mit einem guten Hauswein ausklingen lassen, auf die schöne Zeit angestoßen!

An unserem letzten Tag sind wir schon früh aus den Federn, da wir den Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Schlern (2550m) sehen wollten. Es war wirklich schön und etwas ganz Besonderes.

Perfekter Abschluss unserer 5-tägigen Tour! Ein unvergessliches Erlebnis!

Nach dem Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg zurück ins Tal. Wir liefen über die Malga Hofer Alp zur Malga Tuff Alm, wo wir unsere letzte heiße Schokolade schlürften. :D

Dieser Weg war sehr tierisch:




Dann liefen wir über den Völser Weiher weiter Richtung Hauptstraße, von wo aus wir dann per Anhalter nach Kastelruth gefahren sind.


Fakten:

Seiser Alm mit Rosengartendurchquerung - Dolomiten

Startpunkt: Kastelruth 1060m (Parkmöglichkeiten sehr begrenzt)

Zwischenziele: Puflatsch, Rosszähne, Grasleitenpasshütte, Kesselkogel, Kölner Hütte, Schlern

5135hm und 62,8km (in 5 Tagen sehr gut machbar)

Hier gibts noch ein Video mit den Highlights der Tour!


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