• Marie

Großer Krottenkopf (2656m) - der höchste Allgäuer Gipfel

Über Spielmannsau – Kemptner Hütte – Mädelejoch auf den Krottenkopf

Der Große Krottenkopf ist mit seinen 2656m der höchste Allgäuer Gipfel. Aufgrund seiner Höhe und den vielen Höhenmetern, die zu Beginn noch vor mir lagen, bin ich früh morgens (ca. 6.50 Uhr) vom Renksteg Parkplatz in Oberstdorf mit meinem Fahrrad in Richtung Spielmannsau geradelt. Glücklicherweise war die Beschilderung tiptop, so dass ich nach ca. 30 Minuten und ohne Verzögerungen um ca. 7.20 Uhr die Spielmannsau erreicht habe. Die Fahrradstrecke zieht zu Beginn etwas steil an, verläuft dann aber durch nette Wäldchen und Baumalleen und lässt sich allgemein sehr angenehm meistern. (Es können auch Busse oder Taxis genutzt werden). Der Teerstraße kann man mit dem Fahrrad so lange wie möglich folgen, dabei wird jedoch das letzte Stück nochmal etwas steiler.

Nun geht’s ohne Räder weiter zum zweiten Zwischenziel: Kemptner Hütte.

Ist man am Ende der Teerstraße angekommen, so beginnt der weitere Fußweg rechts von einem Haus und verläuft entlang der Trettach (Fluss). Bis die erste Brücke über den Sperrbach erreicht wird, ist der Weg ein kleines auf und ab und teilweise rutschig.



Erst nach der Brücke wird der Weg steiler und die Höhenmeter sammeln sich schneller. Auch hier ist anzumerken, dass der Weg ziemlich rutschig sein kann, allerdings eher kniffliger im Runter als im Hoch. Schließlich kommt man kurz vor der zweiten Brücke an einer kleinen Kapelle vorbei, die links ein paar Stufen oberhalb vom Normalweg liegt.


Blick auf den weiteren Wegverlauf kurz vor der zweiten Brücke
Zweite Brücke

Nach dem Überqueren der zweiten Brücke und sammeln weiterer Höhenmeter, befindet man sich auf einem Weg, der sich links vom Sperrbach am Hang entlang nach hinten zieht. Diese Strecke erfordert etwas Trittsicherheit, da teilweise oberhalb des Weges kleine Bäche über den Weg in Richtung Sperrbach abfließen und daher der Weg oftmals sehr nass/ überschwemmt ist. Zur Sicherheit können hier auch fest installierte Drahtseile verwendet werden.

Blick auf den weiteren Weg und ins Tal
Seitenwechsel: Blick nun von oben zurück ins Tal

Ist man nun am Ende des Hangweges angekommen, erblickt man die Kemptner Hütte . Mit dem immer näher kommenden Zwischenziel vor Augen läuft sich dann die restliche Strecke durch schöne Wiesenhänge sehr viel leichter und schneller.


Die ersten Sonnenstrahlen erreichen die Kemptner Hütte

Nach einem kleinen Päuschen und dem Genießen der ersten Sonnenstrahlen ging’s dann für mich um ca. 9.15 Uhr weiter zu meinem nächsten Teilziel: Oberes Mädelejoch.

Ein Weg mit schöner Aussicht durch Wiesen führt mich auch hier schnell zu meinem nächsten Ziel. Oben am Joch angekommen zeigt sich auch endlich mal der Krottenkopf in seiner ganzen Größe.


Blick auf das obere Mädelejoch und auf den dahinterliegenden Großen Krottenkopf
Blick auf den ganzen Großen Krottenkopf (links)

Allerdings verliert man jetzt wieder einige erkämpfte Höhenmeter, da man nun vom Oberen Mädelejoch absteigt und man dem Weg geradeaus nach unten folgen muss. Nach dem kleinen Abstieg macht der Weg anschließend einen großen Bogen und quert weit unterhalb des Krottenkopfs. Bis zur nächsten Wegkreuzung müssen auch hier ein paar Bachläufe überquert werden, die nun allerdings nicht zusätzlich abgesichert sind, aber dennoch gut passiert werden können.


Abstiegsweg vom Mädelejoch mit zusätzlicher Querung

Befindet man sich nun ziemlich unter dem Krottenkopf, so ist auch der Weg hier sehr flach und lässt die bisher schon recht beanspruchten Beine etwas durchschnaufen.


Na toll... Und jetzt? Links hoch oder doch geradeaus, weiter dem flachen Weg in Richtung Karjoch folgen?

Tja, bis jetzt war auch der Krottenkopf bzw. die Kemptner Hütte super ausgeschildert, aber auf einmal keine Spur mehr vom höchsten Allgäuer. Wäre ja auch ziemlich ärgerlich, wenn man den falschen Weg wählt, dabei Zeit und eventuell Höhenmeter verliert… Nach kurzem Überlegen entscheide ich mich dann doch dem Weg links nach oben zu folgen. Mit etwas Orientierung und logischem Denken ist hier eigentlich auch kein Wegweiser nötig, allerdings die Verwirrung und Verunsicherung (nicht nur bei mir) umso größer, wenn auf einmal kein Hinweis mehr zu sehen ist und dafür viel mehr andere Namen am Metallpfosten zu sehen sind, die man zuvor nicht wahrgenommen hat.

Long story short: Nicht dem Karjoch-Schild, sondern dem Hermann-von-Barth-Hütte-Schild folgen und links nach oben aufsteigen.


Jetzt wird’s dann stückweise etwas kniffliger und die Trittsicherheit ist wieder gefragt. Doch auch hier können kleine Kletterpassagen mit zusätzlichen Trittklammern und Metallstäben gut gemeistert werden. Nach vielen weiteren zurückgelegten Höhenmetern kommt dann in der Krottenkopfscharte die erleichternde Botschaft: Zum Großen Krottenkopf geht’s nach links. Auch der letzte Hang zum Gipfel bietet die Möglichkeit sein Kraxlkönnen und seine Trittsicherheit für längere Zeit unter Beweis stellen zu können. Zusätzliche Absicherungen sind nicht vorhanden. Insgesamt ein etwas anspruchsvollerer, aber auch mal abwechslungsreicher Teil der Tagestour. Viele rote Wegmarkierungen deuten einem den Weg, aber manchmal ist es auch, meiner Meinung nach, etwas leichter sich seinen eigenen passenden Weg zu suchen, aber dabei natürlich die roten Pünktchen etwas im Auge zu behalten. Kurz vor dem Gipfel muss ein kurzer etwas schmälerer Grad passiert werden, bis schließlich das lang ersehnte Gipfelkreuz ca. 4,5 Stunden später (11.20 Uhr) direkt neben einem steht. Die Aussicht vom Gipfel ist überragend und bietet ordentlich Platz für viele Gipfelstürmer! „Da sieht der Hochvogel doch auch mal nicht ganz so mächtig aus“ war die Aussage von einem Herrn neben mir auf dem Gipfel.


Gipfelbeweisfoto :D
Schönes Bergpanorama mit Blick auf den Hochvogel
Blick auf die nah liegende Trettach und Mädelegabel

Nach einer guten Stunde Gipfelrast (die Zeit verging wie im Flug, bis man sich alle umliegenden und bekannten Berge mal genauer und in Ruhe angeschaut hat) ging’s dann wieder abwärts... aber natürlich nur bis kurz vor das Mädelejoch, da man dort alles was man zuvor abgestiegen ist auch wieder aufsteigen musste… wobei etwas bergauf nach längerem bergab und Abklettern den Beinen auch mal wieder gut getan hat!


Und schon ist auch wieder die Kemptner Hütte in Sicht und ich merke der „Servus- Griaß di-Hallo- Ich lass dich mal vorbei- Marathon“ kann starten, da es inzwischen nicht nur einige auf den Krottenkopf hoch geschafft haben, sondern auch viele Leute um die Kemptner Hütte herum unterwegs sind. Schließlich erreiche ich nach langem Absteigen über die gleiche Aufstiegsstrecke die Teerstraße nach Spielmannsau mit meinen nun ziemlich müden Beinen. Das letzte Stück der Tagestour mit einer bequemen Fahrradfahrt abschließen zu können war sehr angenehm. Dann heißt es um ca. 15.45 Uhr am Parkplatz nur noch Fahrrad wieder ins Auto packen und ab nach Hause.

Die Tagestour auf den Krottenkopf hat mir sehr gut gefallen! Landschaftlich und aussichtstechnisch ist viel geboten und die Tour besitzt viele abwechslungsreiche Stücke. Jedoch sollte man konditionell fit sein, über Trittsicherheit verfügen, Kraxeln können, eventuell etwas schwindelfrei sein (und nicht menschenscheu, da vor allem der Weg zur Kemptner Hütte auf dem E5 liegt).


Insgesamt sind es vom Parkplatz bis zum Gipfel ca. 1950 hm.

Ich hoffe der ein oder andere hat auch etwas Lust auf diese schöne Tour bekommen! :)

Liebe Grüße,

Marie

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