• Justus

"Große SW-Verschneidung" am Kleinen Wilden (Wildenverschneidung)

Aktualisiert: 31. Juli 2020

Die Südwestwand des Kleinen Wilden beeindruckt im hinteren Oytal besonders durch ihre Steilheit und Dächer, dennoch wurde sie bereits 1955 in einer direkten und äußerst exponierten Linie, der "Großen SW-Verschneidung" durchstiegen. Daraufhin war die Route lange Zeit eine der schwersten Kletterrouten im Allgäu und konnte nur mit technischer Kletterei bezwungen werden. Schließlich wurde die Route in den 90er Jahren maßvoll saniert und bietet nun sowohl Freikletterern (UIAA 8) als auch technisch Kletternden (6+, A1) eine tolle Möglichkeit in dieser schönen Umgebung ihrer Vorstellung vom Klettern nachzugehen.


Die SW-Wand des Kleinen Wilden und der Vorbau.

Zum Warmklettern in dieser morgens noch schattigen Wand gibts ca. 150 m leichte Kletterei über den Vorbau, bis man zum ersten Stand gelangt, den sich die "Wildenverschneidung" und das "Wildendach" teilen. Im Lauf der ersten SL teilen diese sich aber und die "Wildenverschneidung" führt nach links auf ein Podest unter einem Dach, wo sich der Stand befindet.


Justus bindet sich am 1. Stand ein, oben die Verschneidung.

Nun geht es exponiert nach links zum Beginn der Verschneidung. Hier unten ist sie noch eher flach und der Fels noch nicht ganz zuverlässig.


Erst geht´s kurz ums Eck...

...dann ist man schon in der Verschneidung.

Dann wird's in der 3. SL schon richtig steil, zuerst durch eine gelbe Verschneidung, die oben in einen Überhang führt. Dieser wird links haltend überwunden, um an den nächsten Stand zu gelangen.


Ab jetzt wird´s steil.


Das Ganze auch noch von oben ; )

Es folgt die Schlüsselseillänge. Sie führt durch zwei Überhänge in eine steile Verschneidung. Besonders die Schlüsselstelle ist sehr anstrengend an ziemlich glatten Griffen und es ist schwer, die richtigen Griffe auf Anhieb zu finden. Nach oben hin wird die Seillänge allmählich leichter.


Beginn der Schlüsselseillänge. Hier unten sind 3 Bolts sehr eng gebohrt.

Es bleibt anstrengend.

Die Schlüsselseillänge wir nach oben leichter.

Zur Erholung gibt es dann eine schöne leichtere Seillänge, die durch sehr stark gebänderten Fels führt.


Etwas entspannter, aber genauso exponiert.

Sonne, steile Kletterei und Tiefblick, so wie immer in den oberen Seillängen am Wilden.

Die vorletzte Seillänge führt erst leicht an einem Riss in eine eindrucksvolle überhängende Verschneidung. Hier sind einige Holzkeile angebracht, von denen man die meisten aber nicht braucht, da mittlerweile auch ein paar Bolts stecken und Friends eh zuverlässiger sind.


Eine letzte überhängende Verschneidung.


Nur noch kurz nach rechts ins leichtere Gelände queren und in leichter Kletterei hoch zum Grat. Wir haben den letzten Stand nicht gefunden, aber man kann auch zum Stand des "Wildendachs" gehen.


Ein Stück weiter unten am Grat findet man dann die erste Abseilstelle. Das Abseilen ist aber etwas mühsam, da es viele Bänder mit losen Steinen gibt, auf denen das Seil liegen bleibt und verhängt.

Schließlich ist noch der Vorbau abzuklettern, bevor es schnell zurück zu den Fahrrädern geht.


Das letzte Stück durch den Vorbau runter.

Die "Wildenverschneidung" bietet trotz ihres schon hohen Alters eine Menge anstrengender und schwerer Kletterei in einer einsamen Wand (3. Begehung dieses Jahr Ende Oktober). Dies ist sicherlich auf den anstrengenden Zustieg inklusive Radeln und den hohen Anspruch der Routen zurückzuführen. Belohnt wird man dafür mit einer der eindrucksvollsten Routen des Allgäus in wunderschöner Umgebung (und einer Menge toller Fotos ;D )


Kletterlänge: ca. 220m

Schwierigkeit: 8 (ca. 6+/7-, A1)


Grüße Reiner und Justus

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